Energie

Energiebedarf von Gebäuden

Nur wenige Mieter bzw. Eigentümer von Immobilien haben konkrete Vorstellungen vom Energiebedarf des betreffenden Gebäudes - im Unterschied etwa zum Spritverbrauch ihrer Autos.

Die Verbraucher sollten aber auch hinsichtlich des Energiebedarfs ihrer Häuser klare Kenntnisse erlangen können.

Ein Anfang ist im Jahr 2002 mit der EU-Richtlinie "EPBD" (Energy Performance of Buildings Directive) gemacht worden - als erste Umsetzung der Kyoto-Ziele. In dem Dokument hatte sich die EU nicht nur verpflichtet, ihre Energieeffizienz bis zum Jahr 2020 um 20% zu steigern, sie forderte auch Transparenz bei der so genannten "Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden".

Vom Mitgliedsstaat Deutschland ist die Forderung mit der so genannten Energieeinsparverordnung (EnEV) - die es allerdings schon seit 2002 gab - im Jahr 2007 umgesetzt worden. Inzwischen sind 10 Jahre ins Land gegangen, die EnEV ist 2009 nochmals novelliert worden und derzeit gilt (noch) die EnEV 2013 bzw. deren verschärfte Variante seit 2016. Beide hatten pflichtgemäß die zwischenzeitlich ebenfalls novellierten EU-Richtlinien umgesetzt.

Aktuell verlautet aus den Ministerien, dass die geltende EnEV 2013/2016 in der jetzigen Form verschwinden und im sog. GEG (Gebäudeenergiegesetz) aufgehen soll. Mehr dazu unter dem Menüpunkt 'Aktuelles'.

Aber auch damit soll das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sein: Geht es nämlich nach den EU-Kommisaren, wird ab 2019 für öffentliche, ab 2021 auch für alle anderen Gebäude das so genannte Niedrigstenergieniveau verlangt: Im EU-Jargon - auch nach dem Brexit - Nearly Zero Energy Building (NZEB). Der schon lange etablierte Passivhaus-Standard und seine draufgesattelten Varianten Premium und Plus werden dafür die Basis sein.

Ob derlei allerdings politisch wirklich durchsetzbar ist und vor allem, ob "Häuslebauer" in den EU-Mitgliedsstaaten - sagen wir Bulgarien oder Estland - sich an solche Vorgaben gebunden fühlen bzw. entsprechend wirtschaftsstark sein werden, bleibt abzuwarten.


 

Staatlich geförderte Energieberatung / Gebäudebestand

Bis zu 75% des heutigen Energiebedarfs eines Bestandsgebäudes könnten durch energetische Modernisierungsmaßnahmen und den Einsatz erprobter Techniken eingespart werden.

Bei der weltweit angespannten Lage auf dem Energiesektor ist jederzeit damit zu rechnen, dass sich die Preisspirale bei Öl und Gas erneut zu drehen beginnt. Ein gegenwärtiges Nachgeben des Ölpreises auf dem Weltmarkt könnte sich einmal mehr als kurzfristige Angelegenheit erweisen. Für Haus- und Wohnungseigentümer wird es also interessant bleiben, über eine thermische Verbesserung der Gebäudehülle bzw. eine Umrüstung der Anlagentechnik nachzudenken.

Energieberatung durch ausgewiesene Fachleute ist dann besonders sinnvoll, weil sie eine wertvolle Grundlage für weiterführende, langfristige Planung bietet.

Beratungsempfänger bekommen mit der so genannten Vor-Ort-Beratung (sh. Menü­punkt Energieberatung 2) ein vorzügliches Instrument an die Hand, das sie vor übereilten Investitionen in der falschen Richtung schützt und ihnen Entscheidungsgrundlagen für etwaige Maßnahmen auf objektiver Grundlage bietet.

Kurze Energieberatungen

Spezialangebote "Initiativ- bzw. Einstiegsberatung"

Wem die komplette Vor-Ort-Beratung Menüpunkt Energieberatung II vorerst zu auf­wendig ist, sei eine Initiativberatung (1) oder die Einstiegsberatung (2) empfohlen.

(1) Wir vereinbaren eine Kurzbegehung in Ihrem Objekt, schnell und unbürokratisch.

  • Dauer 1 bis 1,5 Stunden vor Ort
  • Kostenpunkt: 75 EUR zzgl. MWSt + Kilometerpauschale

Dann haben Sie das Wichtigste bereits erfahren.

(2) Das Einstiegsangebot zur qualifizierten Energieberatung richtet sich an Eigen­tümer oder Käufer von Immobilien, die sich bzgl. der Energieeffizienz ihres Hauses schnell ins Bild setzen wollen.

Im Wege einer kurzen Bestandsaufnahme wird die Immobilie mit ihren technischen Anlagen inspiziert. Dabei schätze ich den Energiebedarf grob ein und gebe Ihnen erste Infos an die Hand, wie Sie Energieeffizienz und damit natürlich auch Brenn­stoff­verbrauch mit einfachen Mitteln und vor allem moderaten Kosten günstig beeinflussen können.

Beim Ortstermin ist natürlich Gelegenheit für die wichtigsten Fragen - und auch Antworten.

Eine solche Kurzberatung kostet ein Pauschalhonorar i. H. von 150 EUR zzgl. MWSt. und dauert etwa zwei Stunden im Objekt.

Im Umkreis der Stadtmitte von Regensburg mit einem Radius von bis zu 10 km entstehen für An- u. Abfahrt keine weiteren Kosten.

Vor-Ort-Beratung

BAFA-geförderte Beratung

Zielgruppen sind

  • Haus- und Wohnungseigentümer
  • Wohnungseigentümergemeinschaften
  • Mieter und Pächter
  • Rechtlich selbstständige Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft (nur kleine und mittlere Unternehmen)
  • Einrichtungen, die gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen

Sind die Zuwendungsvoraussetzungen (Bauantrag bis zum 31.01.2002) erfüllt, läuft das Verfahren grob wie folgt ab: Nach der Beauftragung mit der Vor-Ort-Beratung für Ihr Objekt wird ein Zuschussantrag gestellt, was von mir über das hierfür vom BAFA eingerich­tete "Online-Portal" erledigt wird. Das ganze Verfahren wird durchgängig papierlos erledigt. Das BAFA versendet - in der Regel wenige Tage nach Antragseingang - einen Zuwen­dungs­- bzw. Förderbescheid. Danach haben Berater und Beratener sechs Monate Zeit, innerhalb dieser Frist muss das Verfahren abgeschlossen sein.

Die wesentlichen Gebäudedaten nehme ich an Ort und Stelle auf und begutachte den wärmeschutztechnischen Standard der Gebäudehülle sowie die Anlagentechnik für Heizung und Warmwasser. Beim Ortstermin werden Kopien der Eingabepläne (Grundrisse, Ansichten, Schnitte, Baubeschreibung) benötigt und - soweit vorhanden - Energieabrechnungen der letzten drei Jahre (Öl, Gas, Strom, Fernwärme, Holz, usw.) sowie die letzten Kamin­kehrerprotokolle.

Anhand der verfügbaren (und evtl. zusätzlich aufgenommenen) Daten sowie einer speziellen Berechnungssoftware erarbeite ich dann individuelle Vorschläge zur Energieeinsparung und bewerte sie bzgl. ihrer technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Potenziale.

In einem umfassenden Beratungsbericht werden die wesentlichen Ergebnisse und Einsparungsvorschläge vergleichend dargestellt. Dabei erhalten Sie konkret auf Ihre Situation zugeschnittene Informationen über mögliche Fördergelder von der KfW oder dem BAFA, um nur die wichtigsten zu nennen.

Nicht zuletzt enthält der Bericht konkrete Aussagen bzgl. der zu erwartenden Kosten ausgewählter Maßnahmen bzw. zusätzliche Betrachtungen zur Wirtschaftlichkeit und voraussichtlichen Amortisationsdauer.

Sie erhalten den Bericht nach Fertigstellung vorab per Email zur Orientierung, ins­be­son­dere mit Blick auf auftauchende Fragen. Diese werden von mir in einem persön­lichen Abschlussgespräch (mit Ihrem Einverständnis auch telefonisch), bei dem ich die Vorschläge zur Energieeinsparung sowie deren Umsetzungsmöglichkeiten erläutere, ausführlich behandelt.

Danach unterzeichnen beide noch eine sog. Verwendungsnachweiserklärung, die ich dem BAFA zusammen mit dem Bericht und der Rechnung zur Prüfung vorlege. Der Zuschuss wird an mich ausgezahlt, wobei aber meine Honorarrechnung an Sie dann um diesen Betrag reduziert ist.

Als Beratungsempfänger können Sie Einfluss auf die Inhalte der Vor-Ort-Beratung nehmen. So kann ihnen z. B. ein energetisches Sanierungskonzept erarbeiten, mit dem Ihre Immobilie auf KfW-Effizienzhausstandard gebracht wird. Eine Verpflichtung für Sie, bei der Umsetzung eine KfW-Förderung in Anspruch zu nehmen, erwächst daraus jedoch nicht - genau so gut können Sie das Vorhaben mit Eigenmitteln oder auch anderweitig finanzieren.

Manche Eigentümer wollen aber lieber schrittweise vorgehen und zunächst nur eine Teilsanierung realisieren (z. B. nur die Fenster erneuern oder das Dach auf Vordermann bringen). In solchen Fällen erarbeite ich für Sie einen so genannten Sanierungsfahrplan. Dieser zeigt eine sinnvolle Reihenfolge auf, bei der die Einzelschritte bauphysikalisch und anlagentechnisch sorgfältig aufeinander abgestimmt sind. So lässt sich eine umfassende Sanierung über einen längeren Zeitraum durchführen, ohne Sie budgemäßig zu überfordern und vermeidet Bauschäden oder überdimensionierte Heizungsanlagen.

Beratungskosten und Förderhöhe

Die Kosten für eine Beratung (Vor-Ort-Besichtigung, Berechnung, Beratungsbericht und Abschlussgespräch) sowie die Höhe staatlicher Zuschüsse richten sich nach dem Objekttyp und der Anzahl der Wohneinheiten.

Quelle: DENA

Zuschussfähig sind 60% der förderfähigen Beratungskosten, maximal 800 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und maximal 1.100 Euro bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten. Die Beratungskosten werden einzelfallbezogen frei vereinbart.

Für einen BAFA-konformen Beratungsbericht sind bestimmte Mindestinhalte vorgeschrieben, weswegen die Bearbeitung regelmäßig umfassender zu erfolgen hat, als vom Beratungsempfänger gewünscht. Manche Eigentümer wissen schon recht genau, wohin die Reise gehen soll und benötigen nur bestimmte Informationen, Berechnungen oder Kosten.

In solchen Fällen ist ein "schlankerer" Bericht, der zudem auch in deutlich kürzerer Zeit erarbeitet werden kann, oft besser. Manchmal liegt der vom Beratungs­em­pfän­ger zu berappende Honoraranteil für die "freie" Variante paradoxerweise unter'm Strich sogar günstiger als bei der BAFA-geförderten Beratung.

Energieausweis

Die Absicht des Verordnungsgebers ist Markttransparenz, also die Möglichkeit einer Vergleichbarkeit von Gebäuden hinsichtlich ihrer energetischen Effizienz; in erster Linie im Vorfeld von Kauf- oder Mietverträgen.

Es gibt zwei verschiedene Ausweisarten, die sich in der Form nur dadurch, dass je nach Art bestimmte Seiten unausgefüllt bleiben, unterscheiden. Inhaltlich sind die Unterschiede allerdings beträchtlich:

1. Der Verbrauchsausweis gibt den Energieverbrauch der Gebäudebewohner in den vergangenen drei Jahren für Heizung und Warmwasserbereitung an: Was letztend­lich im Ausweis steht, hängt somit stark vom individuellen Nutzungsverhalten der Bewohner ab. Der Ausweis ist kostenmäßig günstig, aber nicht sonderlich aus­sage­kräftig. Diese Ausweisart wird von mir nicht erstellt, man kann aber einen solchen Ausweis bei Wohnhäusern gängiger Größe übers Internet von hierfür spezialisierten Anbietern für unter 50 EUR bekommen.

2. Der Bedarfsausweis hingegen entsteht auf der Grundlage einer ingenieurmäßigen Analyse der Bausubstanz bzw. der anlagetechnischen Komponenten; also z.B. der Heizung, Warmwasserbereitung, Raumlufttechnik usw. und ist unabhängig vom individuellen Nutzerverhalten. Nur diese Herangehensweise erlaubt eine hin­rei­chend realistische Einschätzung der Situation und bietet die Grundlage für das Formulieren entsprechender Modernisierungsempfehlungen. ARCHERK MORENZ erstellt ausschließlich diese Ausweisart.

Das 5-seitige Musterformular/offizieller Energieausweis für Wohngebäude (Quelle: dena/BMVBS) findet sich hier.

Wer braucht welchen Ausweis?

Der jeweilige Ausweis (oder eine Kopie davon) ist potenziellen Käufern, Mietern und Leasingnehmern unaufgefordert vorzulegen, und zwar spätestens beim Besichtigungstermin - auf Wunsch des Interessenten auch schon vor dem Termin. Einmal ausgestellt, ist er für 10 Jahre gültig.

Die aus der zweiten Seite des Ausweises (sh. oben) ersichtliche Energieeffizienz lässt sich (sofern halbwegs im “grünen Bereich”) als Marketinginstrument zur Bewerbung einer energetisch zeitgemäßen Immobilie einsetzen.

Beratungsangebote von ARCHWERK MORENZ

Initiativ- u. Einstiegsberatung sh. ENERGIE/Kurze Energieberatung

Sie erhalten die wichtigsten Infos, die Ihnen bares Geld sparen - kompakt und günstig.

Vor-Ort-Beratung sh. ENERGIE/Vor-Ort-Beratung

Umfassende Energieberatung für Eigentümer oder Käufer von Immobilien mit ausführlichem Beratungsbericht incl. konkreter, auf's Objekt bezogener Vorschläge für die Modernisierung sowie einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und einer Grobkostenschätzung.

Missverständnisse aufgeklärt

Dem Vernehmen nach herrscht in der Bevölkerung Verwirrung hinsichtlich der Notwendigkeiten, Pflichten und Fristen in Sachen Energieausweis. sh. ENERGIE/Energiepass

Energieberatung PDF-Infoblatt

PDF-Informationsblatt von Archwerk Morenz zum Energieausweis energieberatung-infoblatt.pdf

Signatur